Drucken

Ostern 2020, 12. und 13. April

Wochenspruch:

"Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." Offb. 1,18

 

1.Lied zum Tage: Christ ist erstanden, EG 99

 

Bibeltext zum Tage: Markus 16, 1-8

Drei Frauen gehen in aller Frühe am Tag nach dem Sabbat zum Grab Jesu. Sie wollen seinen Leichnam salben.

Aber sie machen eine erschreckende Entdeckung: Der Stein ist vom Grabeingang fortgewälzt und das Grab ist leer – Jesus

ist nicht dort. Stattdessen sehen sie einen jungen Mann mit einem weißen Gewand dort sitzen. Er sagt:

„Ihr braucht nicht zu erschrecken. Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist. Gott hat ihn vom Tod auferweckt. Er ist nicht hier.“

 

2.Lied zum Tage: Wir wollen alle fröhlich sein, EG 100, 1+5

 

Gedanken zum Tage:

Ostern in der Corona-Krise: Das ist Ostern einmal ganz anders. Für Viele heißt das: nicht verreisen können.

Kein Besuch bei Oma und Opa mit Eiersuchen im Garten. Kein Osterbrunch mit Freunden. Manch eine/r hatte gehofft,

zu Ostern wäre der ganze Spuk vorbei. Und alles könnte wieder ganz normal sein, so wie immer. Aber das ist es nicht -

auch nicht für unsere Kirchengemeinden, für die Ostern ein Highlight des Jahres ist. Die Kirchen bleiben geschlossen.

Die festlichen Gottesdienste mit Bläsern und Chören und Osterfrühstück und was es sonst noch alles gibt, finden nicht statt.

Der gewohnte Rahmen für unser Fest fällt aus.

Aber das heißt für uns nicht, dass Ostern nicht gefeiert wird!  

Der Rahmen ist schließlich nicht das Wichtigste.

Als Christen sind wir ja sozusagen Spezialisten im Krisen-Management. Und das liegt in der Natur unseres Glaubens.

Am Anfang steht eine gewaltige Krise – Jesus stirbt am Kreuz. Und die Anhänger*innen Jesu stehen plötzlich vor dem Nichts.

Jede Krise ist eine Unterbrechung des Gewohnten, ein Einbruch des Ungewissen und Unvorhersehbaren. So wie jetzt

die Corona-Krise. Viele Menschen bringt sie in existenzielle Gefahr – sie werden schwer krank, ihr gewohnter

Lebensrhythmus wird auf den Kopf gestellt, ihre finanzielle Situation wird bedrohlich. Krisen machen Angst. Und auch in

dieser Krise lauert im Hintergrund immer die Angst vor dem Tod: man kann daran sterben - körperlich, sozial, finanziell.

Die Angst vor dem Tod ist die Angst vor dem großen Nichts, dem Ende, nach dem nichts mehr kommt.

Und diese Angst kann lähmend sein. 

Die beiden Jünger Jesu, die nach Karfreitag von Jerusalem nach Hause gehen, sind ein gutes Beispiel dafür. Mit

hängenden Köpfen gehen sie Richtung Emmaus, und ihr einziges Gesprächsthema ist die große Krise, in der sie stecken.

Man sieht ja nichts anderes mehr, hört nichts anderes mehr, kann an nichts anderes mehr denken. Kommt mir bekannt vor.

Im Augenblick kann man sich ja hinwenden, wo man will, überall ist nur Corona, Corona, Corona. Der tägliche Blick auf die

Zahlen. Die Geschichten, die erzählt werden, die vielen großen und kleinen Probleme, die die Krise mit sich bringt.

Die große Ratlosigkeit. Man kann ja nichts dagegen machen.

Und doch – unbemerkt zuerst, bekommen die beiden Jünger Gesellschaft. Sie werden begleitet. Da geht einer mit ihnen

und fragt, hört zu, kommentiert. Langsam heben sich die Köpfe der beiden, sie werden aufmerksam.

Die Begleitung tut ihnen gut.

Mir tun die vielen Aufmunterungen gut, die es überall gibt. Die Musik, die aus den Gärten und von den Balkonen erklingt,

der Applaus, die Fotos mit Durchhalte-Parolen. Die Hilfsangebote und kreativen Ideen. Das Zusammenhalten der

Menschen, die Rücksichtnahme, die Geduld, mit der die meisten diese Krise tragen. Doch, es gibt Begleitung, es ist ein

guter Geist da, der mir zeigt: Allein bin ich nicht.

Und dann ist da für die beiden Jünger der Moment, in dem alles anders wird. In ihrem Haus in Emmaus, da, wo sie sich

verkriechen wollten, trifft es sie plötzlich wie ein Blitzschlag: Es ist gar nicht so, wie wir dachten. Wir stehen nicht am Ende

von allem. Unglaublich zwar, ganz unbegreiflich – aber Gott hat diese Krise zum Wendepunkt gemacht, vom Tod zum

Leben. Was wir für das Ende hielten, ist in Wirklichkeit – in Gottes Wirklichkeit! - ein Anfang. 

Ostern ist Gottes Antwort auf unsere tiefsten Krisen-Erfahrungen. 

Und das macht uns zu Spezialisten im Krisen-Management. Wir wissen, dass es weitergeht, und wie! Wir brauchen keine

Angst vor der Krise zu haben. Wir schaffen das! Was wie eine Katastrophe aussieht, ist ein neuer Anfang. Und wie die

Jünger aufspringen und voller Energie nach Jerusalem zurücklaufen, werden wir aus jeder Krise lebendig hervorgehen –

selbst aus der letzten großen Krise unseres Lebens, aus dem Tod.

Der österliche Rahmen wird zu diesem Fest ganz anders sein als sonst. Aber die Osterbotschaft ist dieselbe, vielleicht

klingt sie in diesem Jahr sogar stärker, weil sie eine Antwort auf unsere drängendsten Fragen gibt: Wie wird es

weitergehen? Diese Antwort lautet: Wir werden leben. Und wie! Amen.

 

3.Lied zum Tage: Er ist erstanden, Hallelujah, EG 116, 1+2

 

Fürbittengebet:

Allmächtiger Gott,

was bei uns unmöglich ist, das ist möglich bei dir. Wir danken dir für die Auferstehung, dafür, dass Jeusu Christus von den

Toten auferstanden ist. Danke für das Zeichen deiner Kraft und Macht.

Du bist das Leben, auch durch Sterben und Tod hindurch.

Dreifaltiger Gott, wir bitten dich für die Familien, die unter Spannung stehen in diesen Wochen, wir bitten dich insbesondere

für Familien, in denen Streit herrscht: Erinnere sie daran, dass sie einander brauchen und sie einander beistehen in den

Problemen. Wir bitten dich: Gott, erhöre uns!

Wir bitten dich für unsere Bürgermeister, Minister, die Bundeskanzlerin, und alle Politiker: Unterstütze sie, gute

Entscheidungen für uns alle zu treffen und gute Ideen für unsere Gesellschaft zu finden. Gib ihnen Kraft und Übersicht in

dieser unübersichtlichen Zeit. Wir bitten dich: Gott, erhöre uns!

Wir bitten dich für alle Menschen, die sich durch ihre Arbeit besonderer Gefährdung aussetzen und die in dieser Zeit über

das Normalmaß hinaus belastet sind. Wir bitten insbesondere für die Mitarbeiterinnen in den Lebensmittelgeschäften. Wir

bitten für alle, die in Krankenhäusern arbeiten und in Pflegeheimen. Wir bitten für alle, die uns mit Strom und mit frischem,

sauberen Wasser versorgen. Und die uns Briefe und Pakete bringen. Erhalte sie und erhalte ihnen die Gesundheit. 

Wir bitten dich: Gott, erhöre uns!

Heiliger Geist, wir bitten dich für unsere Gemeinde und unsere Kirche. In dieser Zeit der Isolation: Wecke die Osterfreude in unseren Herzen, schenke uns Licht und Leben. Mache du uns zu Botschaftern der Auferstehung, begeistere uns, so dass wir Freude teilen und Dunkelheit vertreiben. Wir bitten dich: Gott, erhöre uns!

 

Wir beten, wie Jesus uns zu beten gelehrt hat: Vater Unser im Himmel ....

Die Andacht zum Osterfest finden Sie verfilmt auf YouTube:  HIER klicken

Zugriffe: 487